1988: Brand des Pagodenhauses an der Goebelstraße - Feuerwehr Lilienthal

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01.01.1988: Neues Jahr begann mit einem Großfeuer:
Pagodendach brannte völlig aus
Zwei Millionen Mark Schaden / Vermutlich Brandstiftung

Großbrand im Lilienthaler Gewerbegebiet! Das neue Jahr war gerade eine Dreiviertel Stunde alt, da stand das schmucke „Pagodenhaus“ an der Goebelstraße zum zweiten Mal innerhalb von 14 Tagen in hellen Flammen. Diesmal ging es nicht so glimpflich ab wie am 20. Dezember: Der gesamte, nach thailändischem Modell errichtete Dachstuhl und die darunterliegenden Wohnräume wurden ein Raub der Feuersbrunst.

Nach ersten vorsichtigen Schätzungen beläuft sich die Schadenhöhe auf zwei Millionen Mark. Die Feuerwehr geht von Brandstiftung aus und vermutet, dass auch das erste Feuer vorsätzlich gelegt worden ist.

Es war 0:45 Uhr, als die Feuerwehrtechnische Zentrale in Pennigbüttel den Alarm auslöste. Kurz darauf trafen die Ortswehren Lilienthal und Falkenberg mit acht Löschfahrzeugen und 50 Männern am Brandort ein.

Unter Einsatzleitung von Gemeindebrandmeister Gustav-Werner Thienemann versuchten sie, die lodernden Flammen vom Dach des riesigen Gebäudes, in dem auch eine Tischlerei untergebracht ist, zu bekämpfen. Das erwies sich als äußerst schwieriges Unterfangen. Das in sich verschachtelte und reich verzierte Dach des vieleckigen Stockwerkbau sowie die gute Isolierung behinderten die Brandbekämpfung in hohem Maße. Das ganze Ausmaß der Zerstörung wurde erst am gestrigen Morgen sichtbar. Die Dachkonstruktion, die mit ihren Gesimsen und den sich nach oben verjüngenden Aufbauten an buddhistische Stätten erinnert, glich einer Ruine. Allein ihr Wert wird mit einer Millionen Mark beziffert.

Das gesamte Wohnhaus wurde ein Raub der Flammen. Ein Übergreifen des Feuers auf die in einem angrenzenden Flügel befindlichen Tischlerei konnten die Feuerwehrmänner noch rechtzeitig verhindern.

Ausgangspunkt des Brandes war ein Treppeneingang auf der Rückseite des Gebäudes, der an einer Art Turm hinaufführte. Von hier aus „fraßen“ sich die Flammen zum Dach empor. An dieser Seite der Pagode lag vor 13 Tagen auch der Haufen abgelagerter Sägespäne, der damals Feuer fing.

Die Löscharbeiten der Wehrmänner dauerten noch bis gestern Mittag an. Immer wieder mussten neu auflodernde Glutstellen nachgelöscht werden. Die Polizeilichen Ermittlungen haben begonnen.

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