2009: Gefahrgut-Einsatz - Feuerwehr Lilienthal

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20.05.2009: Gefahrgut-Einsatz

Am 20. Mai 2009, einem sonnigen Tag mit leichtem Wind aus Ost-Nordost, ereignete sich bei einem Polizeieinsatz in Lilienthal in der Straße Auf dem Kamp ein Gefahrgut-Unfall. Die Einsatzstelle lag mitten in einem Wohngebiet.

Eine Abteilung der Polizei, die auf den Umgang mit gefährlichen Stoffen spezialisiert ist, räumte ein illegales Chemikalienlager aus. Dabei zerbrachen im Verlauf dieser Aktion zwei Behälter und die Inhalte wurden freigesetzt. Kurz darauf klagten mehrere Anwohner und Polizisten über Atemwegsreizungen, worauf der Rettungsdienst alarmiert wurde.

Da die Polizei die Einsatzstelle bereits im Vorfeld erkundet hatte, war sofort klar, um welche Stoffe es sich handelte und welche Eigenschutz-Maßnahmen und -Ausrüstung notwendig waren. Es waren ca. 1,5 l Chloroform und ca. 1,5 l Acetylchlorid ausgetreten und daher war der Einsatz von Chemikalienschutzanzügen (CSA) notwendig.

 

Auf Seiten der Feuerwehr wurde um 11:10 Uhr als erstes die Ortsfeuerwehr Lilienthal/Falkenberg mit dem Gerätewagen Gefahrgut angefordert, um die ausgetretenen Stoffe aufzunehmen bzw. zu beseitigen.

Da nach dem Eintreffen klar wurde, daß anschließend umfangreiche Dekontaminationsmaßnahmen erforderlich sein würden, wurde Vollalarm für alle Kräfte des Umweltschutz-Zuges des Landkreises Osterholz ausgelöst. Außerdem wurden die Ortsfeuerwehren St. Jürgen und Worphausen alarmiert, um genügend Atemschutzgeräteträger zur Verfügung zu haben.

Weiterhin wurde beschlossen, in einem Umkreis von 100 m um die Einsatzstelle alle Anwohner zu evakuieren. Zur Betreuung und zur Versorgung von eventuellen weiteren Verletzten wurde die komplette SEG des DRKs OHZ alarmiert, die mit 7 Fahrzeugen und 23 Mann ausrückte.

Für Leichtverletzte und die evakuierten Anwohner wurde ein Betreuungsraum im Feuerwehrhaus Lilienthal eingerichtet. Die meisten Leichtverletzten konnten nach dortiger ambulanter Behandlung wieder entlassen werden.

Die Straße Hilligenwarf im Industriegebiet wurde Bereitstellungsraum für die nachrückenden Feuerwehrkräfte.

 

Ein erster Trupp ging unter CSA vor, um die Lage an der Einsatzstelle zu überprüfen und erste Messungen vorzunehmen. Da beide Stoffe an der Luft sehr schnell flüchtig sind, konnten keine flüssigen Restmengen mehr gebunden werden. Es bestand jedoch die Gefahr daß sich in der Umgebung noch Dämpfe dieser Stoffe befinden, da diese schwerer als Luft sind und sich somit in tief gelegenen Stellen, z.B. Kellern, sammeln.

Daher bestand die Hauptaufgabe der Feuerwehr darin, sowohl das betroffene als auch einige andere Gebäude, die in Windrichtung lagen, mit Hochdrucklüftern zu belüften.

Anschließend wurden alle Häuser mit Meßgeräten kontrolliert, um sicherzugehen das dort keine Schadstoffe mehr waren.

Nach Abschluß dieser Maßnahmen konnten die betroffenen Bewohner wieder in ihre Wohnungen zurückkehren.

Nach und nach konnten auch die SEG und die Feuerwehren wieder abrücken, so daß um 16.54 Uhr der Einsatz beendet war.

Auf Seiten der Feuerwehr waren 65 Mann mit 16 Fahrzeugen im Einsatz.

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